Wir fuhren gegen 22 Uhr in Konstanz wohlgemut Richtung Italien. Kind und ich waren auch schnell eingeschlafen. Gegen 1 Uhr entschied mein Mann, einen Rastplatz anzufahren. Der vorher war wohl umsonst, und der jetzt kostete leider 25 Euro, darum dachten wir, wir fahren "noch einen weiter".
Nach über einer Stunde im Regen kam und kam kein Parkplatz. Darum entschied ich, dass wir die nächste Ausfahrt einfach rausfahren und dann dort irgendwo anhalten. Leider war das ein kleines Bergdörfchen und wir verkanteten uns mit Auto und Wohnwagen zwischen Dorfbrunnen und engen Häusern. Wir versuchten in Zentimeterarbeit uns irgendwie wieder zu entfädeln.
Das Kind war wach und hatte erhöhte Temperatur und war natürlich verwirrt und ängstlich und wir konnten nicht nach ihm schauen. Es regnete, stürmte, blitzte und donnerte. Und wir waren völlig erschöpft. Und wir bekamen es nicht hin. Nach einer gefühlten Ewigkeit entschied ich, den Hänger abzuhängen und wir zogen ihn von Hand den super steilen Berg rauf, immer ein paar Zentimeter, dann die Bremse ziehen und die Keile wieder unterlegen. Irgenwann waren wir durchnäßt, das Kind panisch und der Hänger umgedreht und wieder so am Auto, dass wir weiterfahren konnten.
Jetzt war es 2 Uhr und wir alle waren absolut am Ende und voll Adrenalin. Wir fuhren und fuhren. Irgendwann war eine Tankstelle angekündigt und wir fuhren hin. Leider war es nur ein Innenhof mit Schranke. Dort wollte mein Mann nicht stehen bleiben. Also fuhren wir wieder weiter durch den San Bernadino Tunnel. Ich las dem Kind ein Buch vor, um uns zu beruhigen.
Zum Glück kam dann ein Parkplatz. Wir stellten uns quer über PKW-Parkplätze und direkt vor eine Notrufsäule (hinter einen LKW) und legten uns schlafen. So weit der Plan. Das Kind klagte über Ohrenschmerzen (schon wieder eine Mittelohrenzündung???) und verlangte nach einer Zwiebel aufs Ohr. Glücklicherweise gabs eine.
Der Regen knallte aufs Dach, das Kind war super unruhig und wir noch total aufgepumpt und sanken gegen 3 Uhr in einen unruhigen Schlaf.